Zuviel Belastung auf einem geschwächten Fundament ist doppelt schädlich
Zuviel Belastung auf einem geschwächten Fundament ist doppelt schädlich
Zuviel Belastung auf einem geschwächten Fundament ist doppelt schädlich

Zusammenhänge zwischen Parodontitis und CMD

Wenn wir von Zusammenhängen zwischen der entzündlichen Erkrankung des Zahn­halte­apparates (Parodontitis) und dem Krank­heits­bild der Craniomandibulären Dysfunktion sprechen, so ist die erste, auf der Hand liegende Gemeinsamkeit die der Entzündung.

Sowohl der Abbau der Gewebestrukturen, welche den Zahn im Körper verankern, als auch die Auswirkungen der CMD auf Muskel, Bänder, Gelenkkapsel und die hinter dem Gelenkköpfchen liegende bindegewebige bilaminäre Zone sind Prozessstörungen auf zellbiologischer Ebene, also letztlich Formen von Entzündung.

In beiden Fällen ist jeweils mindestens eine Gewebestruktur Belastungen ausgesetzt, welche ihr Selbstregulations-/Heilungsvermögen überfordern. Dies führt zu Degeneration und mangelhafter (”Dys”-)Funktion.

Zusammenhänge zwischen Parodontitis und CMD

Wie verhält es sich nun mit der Abhängigkeit der einen von der anderen Erkrankungsart?

Sehen wir uns zunächst einmal an, was in vielen Fällen im Verlauf einer CMD im Kausystem geschieht:

Ausgelöst durch mannigfache Trigger werden Strukturen des Kausystems durch hohe Kräfte übermäßig belastet. Prinzipiell nehmen immer die schwächsten Glieder im System den meisten Schaden. Ist der Zahnschmelz der Schwachpunkt, so führt die Überbelastung zu Zahnfrakturen und durch Knirschen zu Abnutzung/Abrasion bis zu einem Substanzverlust auf Gingivaniveau. Ist der Kapsel-/Bänderapparat der Schwachpunkt, so entstehen die Beschwerden im Kiefergelenk. Ähnlich verhält es sich mit der Muskulatur. Wenn nun die Widerstandsfähigkeit des Parodonts zu wünschen übrig lässt, so ist eine übertrieben starke Krafteinleitung der Anlass für einen beschleunigten, verstärkten Abbau des Knochens und des übrigen Zahnhalteapparates. Dies vor allem an jenen Parodontien, die die meisten Kräfte zu verarbeiten haben. Diese sind dann auch meist jene mit der ausgeprägtesten Entzündung.

Erschwerend hinzu kommt auch , dass die im nicht entzündeten Zahnfleisch statisch günstige anatomische Form der Backenzähne sich im Fall einer fortgeschrittenen Entzündung - durch ihre Nischen und Einziehungen im Wurzelbereich - als kontraproduktiv erweist.

Es wird auch diskutiert, daß erst durch jene auf traumatischem Wege erzeugten Zahnfleischtaschen Erreger in die Lage versetzt werden, ihr Gefahrenpotential durch das geschützte, in der Taschentiefe eher anaerobe Milieu zu entwickeln.

Selbst wenn eine Über- und Fehlbelastung eine Parodontitis nicht unbedingt verursacht, so unterstützt sie doch die Entwicklung einer Zahnfleischentzündung und zwar in der Weise, dass durch zu viel Kraft die vorgeschädigten, bakteriellen Angriffen ausgesetzten Zahnhaltefasern noch weniger in der Lage sind, diesen zu widerstehen.

Was also ist die Konsequenz aus dieser Erkenntnis?

Wie beim übrigen Organismus, so ist auch hier oberstes Gebot entzündetes Gewebe ruhig zu stellen. Dies geschieht am besten durch eine individuell angepasste Aufbissschiene. Diese Schiene hat über die Ruhigstell- Wirkung hinaus auch den Effekt, dass ein Ausgleich der Fehlbelastung vorgenommen wird und die Kräfte gleichmäßig verteilt werden. Da oftmals auch die übrigen Strukturen des Kausystems bereits Schaden genommen haben, ist eine Neuadjustierung der Bissverhältnisse durchaus hilfreich. Auch dies kann durch eine nach Vorbehandlung entsprechend angepasste Schiene erreicht werden. Wir verhindern dadurch lockere Zähne.

Ein weiterer Aspekt bei beiden Erkrankungsformen ist die Stressabhängigkeit. Sowohl CMD, als auch Parodontitis werden durch Stress unterstützt. Permanente seelische Überbelastung führt zu einem erhöhten Cortisolspiegel im Organismus, quasi als Vorbereitung auf Traumen und Verletzungen, die in der intuitiv erwarteten Form dann jedoch nicht erfolgen. Allerdings ist diese autogen erzeugte Entzündungsneigung eine wunderbare Basis für jegliche andere Entzündungserkrankung, wie die Parodontitis und auch andere Entzündungen im Kauapparat. Daher sollte jeder Einzelne um seelischen Ausgleich und Stressabbau bemüht sein. Neben den bekannten kausalen und medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten seelischer Belastung trägt eine adjustierte Aufbißschiene dazu bei, dass unphysiologische Kräfte minimiert werden. Lockere Zähne werden dadurch wieder fester.

Auf einen Nenner gebracht ist die gebotene Therapie:

  • Entzündung raus aus dem System
    durch Parodontalbehandlung, Mundhygiene, Änderung der Gewohnheiten
  • Bewegung/Kraft raus aus dem System
    durch funktionstherapeutische Maßnahmen, Ruhigstellung/Schienung, Entspannung

Dies in Kombination.
 

Zusammenhänge zwischen Parodontitis und CMD

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Dr. Ralph Sucker, Innere Laufer Gasse 18, 90403 Nürnberg, 0911/241256
www.zahnarzt-dr-sucker.de